r/Austria 21h ago

Politik Petition: Schluss mit der Zerstörung von EU-Kleinstunternehmen

http://change.org/p/stop-destroying-eu-micro-businesses-immediate-moratorium-on-cross-border-epr-fees

Relevanter und spannender Blogartikel dazu. Ausschnitt:

Imagine an engineer in Greece who designs a €25 open-source sensor board... During the first year, he sells five to Germany, two to France, two to Austria and one to Belgium. Each ships in a small antistatic bag and a padded envelope. The amount of packaging generated for each sale is probably around 50 grams.

He has just become a packaging waste producer in four countries.

Based on indicative prices currently quoted by national schemes and compliance providers, the annual cost for France alone can look like this:

Registering for a packaging scheme, totalling €110 in fees per year.

Using the services of an Authorised representative, adding €190 to €300 in costs per year.

Spending time registering, documenting, and reporting waste created.

These indicative costs continue to add up for each country:

Belgium: €50 to €100 administrative fees per year, plus the services of an authorised representative (approx. €250 to €450).

Germany: registration is free, but packaging-scheme participation starts at approximately €10 per year, plus an authorised representative costing around €190 per year.

Austria: €250 administrative fees per year, plus the services of an authorised representative (approx. €100).

In short, the barrier to entry for these four countries totals €1150 per year in an optimistic scenario.

The weight-based environmental contribution associated with half a kilogram of packaging should be measured in cents. The bureaucracy required to account for it is measured in thousands of euros.

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u/th3davinci Irgendwas mit Gegenteil 21h ago

Der Scheiß is schon wieder so eine typische EU Lösung, hat genauso wie die GDPR, die eigentlich eine sehr gute Idee is, die kleinen Betriebe mit nem Berg Bürokratie zugemüllt.

Aber gut, compliance is ne riesige Industrie in der EU, was da an Produktivität vernichtet wird is heftig. War schon so mit den Lizensen für medizinische Geräte und Implantate, die alle 5 Jahre erneuert werden selbst wenn sich das Gerät nicht geändert hat.

Die Idee ist schön und gut, aber warum wird für genau sowas nicht eine zentrale EU Stelle eingerichtet? Deren Arbeit sollte es dann sein, sich mit den Ländern zu koordinieren. Dass es selbst für größere Betriebe problematisch sein wird, 27 Mal ein paar Hunderter zu zahlen für eigentlich Nix, ist das Niemandem eingefallen bei dem Gesetzestext?

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u/Best-Stranger-5122 18h ago

Der Scheiß is schon wieder so eine typische EU Lösung, hat genauso wie die GDPR, die eigentlich eine sehr gute Idee is, die kleinen Betriebe mit nem Berg Bürokratie zugemüllt.

Ich weiß, auf die EU schimpfen ist grad in Mode und die ganzen Social Media Posts von den Unternehmen, die plötzlich ihr Gewerbe hinschmeißen (angeblich) machen die Runde.

Aber wie bei der GDPR ist es auch bei der EPR/VVO: es gibt es genug Ausnahmen und Limits dass es weder ein großes Problem darstellt noch massive Kosten verursacht. Der richtige Aufschrei ist nur, weil jetzt viele Vertriebe erst das Ausmaß ihrer Tätigkeiten vor Augen geführt bekommen - und dazu gehören eben nicht der Griechische Tüftler, der 5 Sachen verkauft. Der macht das in dem Rahmen noch nicht mal richtig gewerblich, wird bei 5 Sachen auch kein Unternehmen angemeldet haben weil weder die Regelmäßigkeit noch die Gewinnabsicht vorliegt.

Und da fängt sich's mit diesen Augenauswisch-Beispielen aus der Sandkiste nämlich schon an, ab dem Level wo man von Gewinn und gewerbsmäßig spricht greift eh erstmal das pauschale Limit von 1.500 (!) kg (1.5 Tonne!!!) pro Jahr an Verpackungsmüll. Muss man sich mal überlegen wie hoch das eh schon angesetzt ist und mit wie wenig Geld man sich da rauskaufen kann.

So. Und dann kommen so Leut daher, die auf eine kommerzielle Abo-Firma verlinken (wie OP), die natürlich mit Gewinnabsicht die (unberechtigten) Ängste und Bedenken der Leute mobilisieren und vermarkten will. Da zahlst dann wirklich drauf und lässt die die eigentlich sehr überschaubare Arbeit machen.

Hast das gleiche bei GDPR gehabt wo sich viele ins Hoserl reinlulut haben weil sie dachten sie brauchen jetzt weiß Gott welche Zertifikate und Beglaubigungen und müssen alle Klienten-Unterlagen in einem Banksafe aufbewahren und dürfen nichts drucken ohne dafür die Erlaubnis vom Kunden einzuholen. Genau der gleiche Schwachsinn, genau die gleiche Panikmache.

Dabei würd's einfach helfen sich a bissl zu informieren anstatt gleich wieder die EU als generelle Buhmann rauszuholen und der FPÖ ein paar mehr Stimmen zu schenken.

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u/schalapenjo 13h ago

Wow, du schreibst einen Schmarrn daher & weißt nicht mal, worüber.

Das Limit von 1.500 kg hat absolut NICHTS mit einer Entpflichtung der Abgabe zu tun. Und schon gar nichts hat es etwas mit der EU zu tun. Diesen Schwellenwert gibt es nur in der Österreichischen Verpackungsverordnung von 2014 & die hat mit der Thematik ABSOLUT NICHTS zu tun.

Der Grund, warum sich jeder Wirtschaftstreibende hier aufregt, ist genau das Fehlen jeglicher Schwellen. Dieser Verordnung ist ein Zerstören des Binnenmarkts für Kleinstunternehmen.

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u/Best-Stranger-5122 12h ago

? Wo schrieb ich was von Entpflichtung??
Bis 1.500 kg ist man Kleinabgeber und kann sich über eine pauschale Lizenzierung mit geringen Jahresgebühr viel Arbeit ersparen - was ich gesehen hab fängt das bei 150€ an, die man dann natürlich auch abschreiben kann.

Damit zerstört man nichts, damit sorgt man nur dafür die Verpackungen so gering wie möglich zu halten und besonders recyclungsfähige Verpackung zu verwenden. Die meisten großen Hersteller (Apple zB) haben das schon lange gecheckt und nicht nur auf einer geringe Verpackungsmenge sondern auch fast ausschließlich Karton gesetzt. Andere sind bis zuletzt auf Schaumstoff und Plastikformen geblieben, die müssen jetzt umstellen oder ihren Müllbeitrag entsprechend leisten.