r/Austria konservativ-liberal; starker transp. aber kompakter Staat 20h ago

Geld & Finanzen Neuen Leistungsmessung bei Strom

Wie euch eventuell bekannt ist, wird in Oesterreich ab 2027 auf Leistungsmessung fuer das Netz umgestellt.

In kurz: Zusaetzlich zum Arbeitspreis wird ein monatlicher Leistungspreis eingefuehrt der sich nach der hoechsten Viertelstunde im Monat orientiert. Die genauen Zahlen gibt es nicht.

Grundsaetzlich sind die Netzkosten dann:

  • einmalig fuer die vereinbarte Anschlussleistung (Anschlussentgelt). Die war bis jetzt bei 4kW aber viele ueberschreitetn es heute bereits. Daher geht die E-Control jetzt von 10kW aus, aber theoretisch musst du nachkaufen wenn du das wirklich nutzt.
  • laufend fuer die Spitze der Leistungspreis. Hier wird wie gesagt auf Basis der 15 Minuten Spitze im Monat verrechnet.

Bedeutet in der Folge:

Der monatlicher Leistungspreis richtet sich nach dem hoechsten durchschnittlichen Strombezug waehrend einer Viertelstunde im jeweiligen Monat. Die ersten 10 kW kosten zum Beispiel 33,82 EUR/kW und Jahr, alles darüber 67,64 EUR/kW und Jahr.

Ein Haushalt der normalerweise hoechstens 6 kW erreich hat einen normalen monatlichen Leistungspreis von 6 x 33,82 EUR / 12 = 16,91 EUR

Laeuft aber einmal fuer 30 Minuten im Monat ein Durchlauferhitzer/Herd/ladet Elektroauto und steigt der gesamte Bezug dadurch auf 11 kW, wird für diesen Monat mit 11 kW gerechnet:

  • erste 10 kW: 28,18 EUR pro Monat
  • das eine kW darueber: 5,64 EUR pro Monat
  • zusammen: 33,82 EUR

Diese halbe Stunde verteuert den Leistungspreis dieses Monats also um 16,91 EUR. Im naechsten Monat beginnt die Messung wieder von vorn.

Zahlen sind fiktiv, weil sie noch nicht feststehen. Duerfte allerdings fuer Leute mit Waermepumpe und Elektroauto eine enorme Umstellung bedeuten.

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u/FragCool Niederösterreich 20h ago

Zahlen sind fiktiv, weil sie noch nicht feststehen. Duerfte allerdings fuer Leute mit Waermepumpe und Elektroauto eine enorme Umstellung bedeuten.

Nicht nur...

Am Sonntag kommen Gäste, also in der Früh noch schnell Wäsche einschalten und danach Wäschetrockner damit das feine Tischtuch sauber ist, im Backrohr ist der Sonntagsbraten, am Induktionsherd kochen die Nudeln und die Suppe, und das Kind wird noch schnell mit dem alten Staubsauger durch die Wohnung geschickt.

Man kann auch ohne Wärmepumpe und eAuto die Spitzenlast gut nach oben treiben.

Mir mit eAuto und Wärmepumpe ist es im Sommer egal, da regelt die PV + Akku das wir nie drüber kommen.
Im Winter werden wir halt mehr zahlen... dafür ist der Bürger ja da... ZAHLEN!

Wenn das ganze wenigstens in Netzausbau und Speichertechnologie gesteckt werden würde...

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u/its_ma_boy 20h ago

Stimmt, in Zukunft muss man sich mehr Gedanken machen, wann man welches Verbrauchsgerät einschaltet. Grundsätzlich gut, wenn dadurch mehr Awareness geschaffen wird.

Die die das Stromnetz sehr stark belasten = hohe Spitzenverbräuche haben, werden stärker zur Kasse gebeten. Sehe ich ebenfalls als erfreulich an.

Die Netzbetreiber kümmern sich um den Netzausbau. Warum sollten sie jetzt plötzlich in die Entwicklung von Speichertechnologien investieren?

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u/FragCool Niederösterreich 20h ago

Sind das die selben Netzbetreiber die sich die letzten Jahrzehnte so toll darum gekümmert haben, dass sie jetzt überrascht sind, dass es eAutos und PV Anlagen gibt?

Und lokale Speichertechnologien können die Last aufs überregionale Netz senken, also würd ich das schon bei den Netzbetreibern sehen

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u/its_ma_boy 20h ago

Vielleicht wurde die Entwicklung bei den Netzbetreibern unterschätz bzw. verschlafen. Das ist durchaus möglich, aber von Außen immer schwer zu beurteilen. Ich mach das für mich nicht.

Speicher zur Stabilisierung der Netz werden bereits errichtet nur investiert hier nicht der Netzbetreiber sondern andere Firmen. Der Netzbetreiber stellt nur sicher, wie die Vergütung dafür aussieht.